Mein Name ist Anton

 

und ich bin ein Dackel

 

von Martin Blank

 

ZUM BUCH
In Martin Blanks neuem Buch schleicht sich der Dackel Anton in das Herz selbst der hartgesottensten Hundefeindin ein.
Viele Abenteuer besteht er in Matrei in Osttirol, dem Lieblingsurlaubsort der Familie Blank
Begleiten Sie ihn bei einem aufregenden Erlebnis und lernen Sie dabei gleich unsere charmanten und liebenswürdigen Osttiroler Freunde kennen.

Einband: paperback gebunden
Seitenzahl: 70 mit 26 Illustrationen
Preis: 9,80 Euro
 

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  mein name ist anton

 


 

 

logomitberg

 

...Ferien auf dem Hinterauerhof in Matrei bei Familie Ploner

 hinterauerhof        vomstrumer

 

 

Das Erwachen bringt mir eine Riesenüberraschung. Die Welt, in der wir aus dem Auto steigen, sieht ganz anders aus. Die Wiesen und Wälder liegen nicht einfach flach in der Gegend herum wie bei uns zu Hause, sie sind vielmehr steil nach oben gebogen. Weiter oben gibt es nur grauen Fels und darüber leuchten die Bergspitzen schneeweiß. Erst dann kommt der blaue Himmel mit seinen Wolken. Es sieht aus, als würden die höchsten Gipfel die Wolken am Bauch kitzeln.
 Emil reckt sich und streckt sich. „Tirol,“ ruft er, „riecht ihr die Tiroler Luft?“ Dabei bläst er sich mächtig auf, indem er die tiroler Luft hörbar durch die Nasenlöcher einsaugt. Mausi trampelt auf der Stelle. „Ich muss mal, dringend.“
„Gleich, mein Mäuschen, da kommt ja schon die gute Marlies,“ sagt Ilse.
Natürlich muss ich auch mal. Kaum habe ich das Bein gehoben, spüre ich eine feuchte Schnüffelnase an meinem Hinterteil. Nanu, da ist ja ein Kollege. Er ist doppelt so groß wie ich, aber bestimmt nicht älter. Mit der schwarz-weißen Fellzeichnung sieht er lustig wie ein Clown aus. Die Ohren, die steil nach oben stehen. lassen ihre Spitzen nach vorne hängen. Wenn er läuft, meist in weiten Sprüngen, dann wippen die Ohren wie zwei Wimpel.

 

marlies    lumpi tino

 

„Lumpi, belästige mir die Gäste nicht,“ schimpft die Bäuerin, bei der wir für die nächste Zeit zu Gast sind. Aha, Lumpi also. Einen passenderen Namen hätten sie ihm gar nicht geben können.
Dann tauchen noch weitere Zweibeiner auf, geben sich Pfötchen und blecken die Zähne. Mich beachtet keiner, das ist mir nur recht. Da kann ich ungestört mit Lumpi auf Erkundungstour gehen. Mal sehen, was die Urlaubswelt so zu bieten hat. Ich muss schon sagen, ich bin aufs angenehmste überrascht. Behausung reiht sich an Behausung und jede hat eine andere Merkwürdigkeit zu bieten. Lumpi, der kleine Wirbelwind, führt sie mir alle vor.
 Zuerst geht es in einen langgezogenen Stall. Hier stehen Viecher, die noch größer als die Größten unserer Gattung sind. Zwischen ihren vier Beinen könnte sich eine ganze Dackelfamilie versammeln und die könnte dort ausharren, ohne zu verhungern oder zu verdursten, denn die Riesen haben an ihrem Bauch einen Behälter voller Milch mit vier Zapfstellen hängen. An ihrem Kopf wachsen nicht zwei, nein, vier Ohren. Zwei sind hart und spitz, die beiden anderen eher puschelig weich und in ständiger Bewegung, denn die Ärmsten werden von ganzen Scharen von Fliegen gepiesackt. Wenn sie sich unterhalten, machen sie weder miau noch wau-wau, sondern lassen ein langgezogenes, dumpfes muuuh hören. So groß sie sind, so friedlich sind sie. Beinahe den ganzen Tag stehen oder liegen sie herum und ihr größtes Vergnügen scheint es zu sein, zu kauen, zu kauen und noch mal zu kauen. Ich wage einen Annäherungsversuch und zwicke einer der Kühe in die Schwanzquaste. Sie wendet mir den das Gesicht zu, schaut mich mit großen Augen an und – kaut.

 

ziegen    kindertoben

 

Da geht es im nächsten Häuschen schon lebhafter zu. Kaum haben Lumpi und ich den halboffenen Stall betreten, geht ein Riesengemecker los. Mäh-äää, mäh-äää, mäh-äää! Die kleinen Ziegen scheinen auf uns gewartet zu haben. Sie tanzen um uns herum, steigen auf die Hintebeine und – mäh-äää – versuchen, uns auf die Hörner zu nehmen. Natürlich treffen sie weder mich noch Lumpi, wir sind viel zu flink. Aber wir haben einen Heidenspaß. Als Lumpi einer braun-weißen Meckerziege ins Bein zwickt, geht die senkrecht hoch wie eine Rakete. Bevor sie wieder landet, hat sie sich in der Luft – schwuppdiwupp – um die eigene Achse gedreht. Das geht so geschwind, so schnell kannst du gar nicht gucken. Man lernt am besten durch Nachahmen, sage ich mir und suche mir ein Opfer aus. Zwick – und ab geht die Post senkrecht nach oben. Dann jagen wir in den umzäunten Hof hinaus. Wer wen jagt, ist in der Staubwolke, die wir aufwirbeln, nicht auszumachen. Da bleibt es auch nicht aus, dass ich ein paar mal kräftig geknufft werde. Ein Halbstarker wie ich steckt das natürlich weg. Doch irgendwann geht uns die Puste aus. Wir schlüpfen durch den Lattenzaun und legen uns ins Gras. Den Ziegen scheint das ganz und gar nicht zu passen. Eine ganze Weile meckern sie uns an, dann geben sie auf und fügen sich in ihr Schicksal.
 Lumpi gönnt mir keine lange Pause. Offensichtlich gibt es noch mehr zu sehen. Über eine Wiese und durch einen Blumengarten trotte ich hinter ihm her. Dann stehen wir vor einem Maschendrahtzaun. Dahinter entdecke ich etliche Zweibeiner, keine Menschen, sondern solche mit Federn und Schnäbeln. Es handelt sich um Vögel, die weder am Himmel entlang fliegen noch auf Bäumen sitzen, sondern vielmehr auf der Erde herumspazieren wie wir. Ab und zu bleibt einer stehen und beginnt, mit langen Krallen wie wild in der Erde zu scharren, so dass Sand und Steine nur so durch die Gegend wirbeln. Dabei wackelt ein seltsames Gebimsel und Gebomsel auf seinem Kopf hin und her. Nun ja, so toll ist das gerade nicht, denke ich. Doch Lumpi drängt mich weiter am Zaun entlang. Da hat der kleine Schlingel ein Loch gegraben, einen Durchschlupf unter dem Zaun, so eng, dass man mit angelegten Ohren und zusammengebissenen Zähnen gerade so durch kommt. Und nun? Lumpi drückt sich auf den Boden und kriecht auf dem Bauch in Richtung der Vögel. Er verharrt ganz kurz, dann startet er mit wildem Gekläff eine Attacke. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn im Nu ist es mit der Hühnerhofbeschaulichkeit aus. Die Vögel stieben mit ohrenbetäubendem Geschrei auseinander, jeder in eine andere Richtung. Zuerst geht es ab in die Luft (es handelt sich schließlich um Vögel), aber Akrobaten wie die Ziegen scheinen sie nicht zu sein, denn einige knallen ziemlich derb gegen den Zaun, andere schaffen es glücklich auf die Hühnerleiter und der Rest legt eine glatte Bauchlandung hin. Lumpi zieht sich gleich wieder zu mir zurück. Nachdem Staub und Federn zu Boden geschwebt sind, geht das Hühnerleben -gack-gack-gack – seinen gewohnten Gang. Wir lassen die Hennen eine ganze Weile in trügerischer Ruhe, bevor wir nun zu zweit dazwischenfahren. Das gibt vielleicht einen Kick! Viel besser noch als bei den Ziegen. Statt Hörner haben die Hühner eine Heidenangst. Und dabei ist das Spiel so einfach. Von einer Kuhle aus dicht beim Zaun starten wir immer wieder unsere Attacken und das dumme Hühnervolk fällt immer wieder darauf herein.

 

blumenpracht    kinderimstall

 

Ich bin so richtig gut in Fahrt. Gefährlich knurrend stürze ich mich mitten in die hysterische Vogelschar. Was für ein Spaß! Dass Lumpi dieses mal nicht mitmacht, merke ich im Eifer des Gefechtes gar nicht.
Doch wie Pflegen die Menschen zu sagen? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und dieser Schatten kommt gemeinerweise von hinten oben über mich. Zuerst spüre ich einen stechenden Schmerz im Genick. Es folgt eine Salve hammerharter Schläge auf den Kopf. Ich kann nichts sehen, nur Funken die vor meinen Augen einen wilden Tanz aufführen. . Ich habe keine Ahnung, was das ist und ich habe keine Chance, Reißaus zu nehmen. Instinktiv versuche ich das unbekannte, schreckliche Etwas loszuwerden, es abzuschütteln. Aber es hat mich fest im Griff. Auch mit Fortlaufen ist nichts. Das einzige, was mir bleibt, ich stoße einen gellenden Schrei aus, ich schreie um mein Leben. Da endlich kommt die Rettung mit federnden Sprüngen, an denen ich meinen Freund Lumpi erkenne. Mit gefletschten Zähnen und fürchterlichem Knurren stürzt er sich auf das Ungeheuer. Augenblicklich löst sich der eiserne Griff, ich bin endlich frei.
 Nichts wie weg! Abhauen kann ich gut, das habe ich bei Mausi oft geübt.

 

hahnenkampf    lumpi

 

 

 Wir werden von der Wirtin, einer gewissen Anna, so herzlich begrüßt, als wären wir alte Freunde. Natürlich fällt ihr Blick auch gleich auf Mausi, die mich im Arm hält. „Ja was is denn das. Was habts`s denn mit dem kloanen Hund gemacht?“
„Der Kleine hat sich mit einem ausgewachsenen Hahn angelegt und wie man sieht, hat er den kürzeren gezogen,“ klärt Emil die Wirtin auf. „Der hat ihm ein paar ekelhafte Löcher in den Pelz gestanzt.“
„Ja do muss man doch was mochen, warten`s an Augenblickch.“ Es stellt sich heraus, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind, denn Anna entpuppt sich als eine im ganzen tiroler Land bekannte Kräuterexpertin.

 

strumerhof

 Zum Strumerhof - Bitte auf das Bild klicken

 

anna       annazeichnung

 

 

 speisekarte

Speisekarte

 

 speckrose     was der knecht

 

Durch das Fenster höre ich, wie Lumpi mit den Kindern ums Haus herumtollt. Er ist frei, niemand schimpft mit ihm und vermutlich hat er schon gegessen. Wie ich ihn beneide! Und was mache ich in meiner misslichen Lage?
Richtig geraten, ich lege mich zum Schlafen. Dabei denke ich: ein freier Tiroler müsste man sein.

 

bommelschloft
Bommel schläft

 

 

 

Ausgewählte Tiergeschichten veröffentlich Edith Nebel auf ihrer liebevoll und professionell gestalteten Homepage.

Als Lektorin von Beruf schreibt sie auch hervorragende Rezensionen.
Ihre Meinung zu “Mein Name ist Anton und ich bin ein Dackel” finden Sie unter folgendem Link

 

edith nebel

 

 

 

 

 

 

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