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Da geht es im nächsten Häuschen schon lebhafter zu. Kaum haben Lumpi und ich den halboffenen Stall betreten, geht ein Riesengemecker los. Mäh-äää, mäh-äää, mäh-äää! Die kleinen Ziegen scheinen auf uns gewartet zu haben. Sie tanzen um uns herum, steigen auf die Hintebeine und – mäh-äää – versuchen, uns auf die Hörner zu nehmen. Natürlich treffen sie weder mich noch Lumpi, wir sind viel zu flink. Aber wir haben einen Heidenspaß. Als Lumpi einer braun-weißen Meckerziege ins Bein zwickt, geht die senkrecht hoch wie eine Rakete. Bevor sie wieder landet, hat sie sich in der Luft – schwuppdiwupp – um die eigene Achse gedreht. Das geht so geschwind, so schnell kannst du gar nicht gucken. Man lernt am besten durch Nachahmen, sage ich mir und suche mir ein Opfer aus. Zwick – und ab geht die Post senkrecht nach oben. Dann jagen wir in den umzäunten Hof hinaus. Wer wen jagt, ist in der Staubwolke, die wir aufwirbeln, nicht auszumachen. Da bleibt es auch nicht aus, dass ich ein paar mal kräftig geknufft werde. Ein Halbstarker wie ich steckt das natürlich weg. Doch irgendwann geht uns die Puste aus. Wir schlüpfen durch den Lattenzaun und legen uns ins Gras. Den Ziegen scheint das ganz und gar nicht zu passen. Eine ganze Weile meckern sie uns an, dann geben sie auf und fügen sich in ihr Schicksal. Lumpi gönnt mir keine lange Pause. Offensichtlich gibt es noch mehr zu sehen. Über eine Wiese und durch einen Blumengarten trotte ich hinter ihm her. Dann stehen wir vor einem Maschendrahtzaun. Dahinter entdecke ich etliche Zweibeiner, keine Menschen, sondern solche mit Federn und Schnäbeln. Es handelt sich um Vögel, die weder am Himmel entlang fliegen noch auf Bäumen sitzen, sondern vielmehr auf der Erde herumspazieren wie wir. Ab und zu bleibt einer stehen und beginnt, mit langen Krallen wie wild in der Erde zu scharren, so dass Sand und Steine nur so durch die Gegend wirbeln. Dabei wackelt ein seltsames Gebimsel und Gebomsel auf seinem Kopf hin und her. Nun ja, so toll ist das gerade nicht, denke ich. Doch Lumpi drängt mich weiter am Zaun entlang. Da hat der kleine Schlingel ein Loch gegraben, einen Durchschlupf unter dem Zaun, so eng, dass man mit angelegten Ohren und zusammengebissenen Zähnen gerade so durch kommt. Und nun? Lumpi drückt sich auf den Boden und kriecht auf dem Bauch in Richtung der Vögel. Er verharrt ganz kurz, dann startet er mit wildem Gekläff eine Attacke. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn im Nu ist es mit der Hühnerhofbeschaulichkeit aus. Die Vögel stieben mit ohrenbetäubendem Geschrei auseinander, jeder in eine andere Richtung. Zuerst geht es ab in die Luft (es handelt sich schließlich um Vögel), aber Akrobaten wie die Ziegen scheinen sie nicht zu sein, denn einige knallen ziemlich derb gegen den Zaun, andere schaffen es glücklich auf die Hühnerleiter und der Rest legt eine glatte Bauchlandung hin. Lumpi zieht sich gleich wieder zu mir zurück. Nachdem Staub und Federn zu Boden geschwebt sind, geht das Hühnerleben -gack-gack-gack – seinen gewohnten Gang. Wir lassen die Hennen eine ganze Weile in trügerischer Ruhe, bevor wir nun zu zweit dazwischenfahren. Das gibt vielleicht einen Kick! Viel besser noch als bei den Ziegen. Statt Hörner haben die Hühner eine Heidenangst. Und dabei ist das Spiel so einfach. Von einer Kuhle aus dicht beim Zaun starten wir immer wieder unsere Attacken und das dumme Hühnervolk fällt immer wieder darauf herein.
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